Studie

Studie: Bank-Manager ignorieren vorgeschriebenen Risikoschutz

Home Prozessmanagement & Dokumentation Studie: Bank-Manager ignorieren vorgeschriebenen Risikoschutz
heydebreck ralf

Studie von Ralf Heydebreck

Berlin, 13. Oktober 2016 – Banken in Deutschland stellen offenbar vergeblich Regeln auf, um sich vor Risiken zu schützen. 68 Prozent der Fach- und Führungskräfte informieren sich nur unregelmäßig über veränderte Abläufe im Unternehmen. 62 Prozent nutzen das Regelwerk nicht mal dann, wenn sie innerhalb des Instituts neue Aufgaben übernehmen – ein Risiko für Banken, die gegenüber der Bankenaufsicht nachweisen müssen, dass im Risikomanagement alle Regeln eingehalten werden. Das zeigt eine Studie von Procedera Consult. 100 Fach- und Führungskräfte in deutschen Banken wurden befragt.

 

Wir melden uns gern bei Ihnen.

Hinterlassen Sie uns Ihren Namen und Ihre Rufnummer / E-Mail-Adresse. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und erkläre mich mit Absenden des Formulars mit diesen einverstanden.

Vielen Managern ist nicht bewusst, dass sie durch dieses Verhalten ihren Arbeitgeber in eine schwierige Lage bringen können. Die US-amerikanische Großbank Wells Fargo hat jüngst eine Millionenstrafe akzeptiert, weil Bankangestellte Scheinkonten angelegt haben. Mehr als 5.000 Mitarbeiter hat das Geldhaus wegen des Skandals bereits entlassen. Doch der angerichtete Schaden wiegt weitaus schwerer. „Die Gesellschaft ist alarmiert“, sagt Ralf Heydebreck, Experte für bankfachliches Anweisungswesen bei Procedera Consult. „Regelbrüche im Bankgewerbe gefährden das Vertrauen in die Kreditinstitute und schüren Vorurteile.“

Der Gesetzgeber sieht sich in vielen Fällen gezwungen, aktiv zu werden. So fordert die europäische Bankenaufsicht künftig, dass Kreditinstitute eine Risikokultur entwickeln, um einem möglichen Fehlverhalten vorzubeugen (MaRisk). Doch das Schwert, um das Verhalten von Mitarbeitern zu steuern, erweist sich vielfach als stumpf. 40 Prozent der Bankleute kümmern sich noch nicht mal um veränderte Abläufe, an denen sie selbst beteiligt sind. Jeder Zehnte nutzt die dokumentierten Anweisungen überhaupt nicht bei der täglichen Arbeit.

„Das beste Regelwerk nützt nichts, wenn Anwender die Vorschriften einfach umgehen können“, so Heydebreck. Der Experte sieht aber nicht nur die arbeitsrechtliche Verpflichtung von Mitarbeitern, sich angemessen zu verhalten. Auch ein Versehen oder ein technischer Defekt können für eine fehlerhafte Kontoeröffnung verantwortlich sein. Dafür brauchen die Institute wirksame Instrumente, um die internen Abläufe zu überwachen. „So viele Scheinkonten auf einmal hätten bei einem hochentwickelten Kontrollsystem auffallen müssen.“

Eine mögliche Erklärung für das Fehlverhalten: Viele Mitarbeiter fühlen sich durch das gesetzlich vorgeschriebene Organisationshandbuch nicht ausreichend unterstützt und nutzen es deshalb nicht. Mehr als ein Drittel der Befragten bemängeln etwa einen bestenfalls mittelmäßigen Bedienkomfort. Fast ebenso viele schlagen sich mit teils unverständlichen Formulierungen herum. Einen Spitzenwert erreichen die elektronischen Regelwerke nur bei der Verfügbarkeit. 44 Prozent bewerten diesen Aspekt als sehr gut. „Das Angebot ist da, aber die Mitarbeiter nutzen es noch nicht vollumfänglich“, fasst Heydebreck das aktuelle Dilemma zusammen. „Die Banken müssen mehr dafür tun, dass Regeln eingehalten und nicht als Hindernis für die eigene Arbeit wahrgenommen werden.“

Über die Studie

Procedera Consult hat 100 Fach- und Führungskräfte deutscher Banken online zu Organisationsthemen befragt. Die Antworten stammen zum größten Teil aus den Abteilungen Risiko-Controlling, Kreditwesen, IT, interne Revision, Bankorganisation, Vertrieb und Kundenservice. Dabei weisen die teilnehmenden Institute eine Bilanzsumme von weniger als einer Milliarde Euro bis hin zu mehr als zehn Milliarden Euro auf.


So unterstützen wir Sie Alle Leistungen ansehen

Leistungen

banner ohb check compressor

OHB-Check

Procedera empfiehlt den OHB-Check als Grundlage für einen prozessorientierten Umbau des Organisationshandbuchs sowie als Ausgangsbasis für notwendige Aktualisierungen.

Die Kernleistungen von Procedera im Einzelnen:

  • Passgenauer OHB-Check garantiert innerhalb von drei Wochen
  • Abschlussgespräch & Vorabstimmung mit beteiligten Fachabteilungen
  • Ergebnisbericht des OHB-Checks inklusive Optimierungsvorschläge
  • Darstellung einer möglichen Projektplanung inklusive Aufwandsschätzung
  • Obligatorische Vorstandspräsentation gemeinsam mit der Fachabteilung

Interaktiv: So funktioniert der OHB-Check

Weiterlesen

Leistungen

banner organisationshandbuch compressor

Organisationshandbuch

Procedera ist spezialisiert auf Organisationshandbücher. Sie erhalten von uns eine moderne und anwenderfreundliche OHB-Lösung und eine strukturierte Einarbeitung von Mitarbeitern etwa in Methoden des Prozessmanagements und bei aufsichtsrechtlichen Fragestellungen (MaRisk, IKS).

Die Kernleistungen von Procedera im Einzelnen:

  • OHB-Check: Eine detaillierte Analyse des Organisationshandbuchs
  • Entschlackung & Vereinfachung des Organisationshandbuchs
  • Einführung eines prozessorientierten Organisationshandbuchs
  • Erstellung und Modellierung von Prozessen für das Organisationshandbuch
  • Erstellung von Stellenbeschreibungen für das Organisationshandbuch
  • Auswahl & Einführung geeigneter OHB-Werkzeuge
  • Erstellung & Überarbeitung von Spezialhandbüchern (e.g. Compliance, Meldewesen, Datenschutz, IT-Sicherheit)
  • Heilung von Revisionsmoniten

Weiterlesen

Leistungen

banner Organisationsabteilungen compressor

Organisationsabteilungen

Procedera verfügt über rund 30 Jahre Organisationserfahrung. Sie erhalten von uns eine qualifizierte Vorabanalyse und einen belastbaren Fahrplan für die Neuausrichtung der Bank-Organisation.

Die Kernleistungen von Procedera im Einzelnen:

  • Vorabanalyse der Abteilung Bank-Organisation
  • Konzeption für die Aufbauorganisation der Bank-Organisation
  • Berechnung von Mitarbeiterkapazitäten gemäß der Konzeption
  • Einführung von Prozessmanagement auf Basis einer verschlankten, prozessorientierten SfO
  • Einführung & Anwendungstraining im Projektmanagement und Multiprojektmanagement
  • Aufstellung eines Projektportfolios für das Folgejahr nach der Neuausrichtung
  • Schulung von Soft-Skills für den Projektalltag (Moderationstechniken, Projektführung)
  • Chance Management für das Veränderungsprojekt der Bank-Organisation

Weiterlesen